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„Wer als Führungskraft oder Berater nicht bereit ist, sich in seinem Verhalten zu verändern, sollte das auch nicht bei den Mitarbeitern einfordern.“  (Dr. Erich Behrendt, Inhaber IMK Consulting, Vorstandsmitglied wisnet e.V.)

"wissensoffenive 2.012: Sehr gelungen!" (Hartmut Scholl, Vorstand reflact AG)

10.05.12

BIBB prognostiziert Verbesserung auf dem Ausbildungsstellenmarkt 2012

Leichte Zuwächse bei den Ausbildungsplatzangeboten und den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen bei einem geringfügigen Rückgang der
Bewerberzahl: So lautet die Schätzung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) für den Ausbildungsstellenmarkt im Herbst 2012 im Vergleich zum Vorjahr. „Aus Sicht der Jugendlichen ist die Entwicklung erfreulich“, erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser aus Anlass der heutigen Veröffentlichung des BIBB-Datenreports. „Ihre Chancen auf eine Ausbildung werden weiter steigen.“

BIBB-Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2012 veröffentlicht

Für Betriebe werde es allerdings schwieriger, den „passenden“ Auszubildenden zu finden. „Von einem generellen Bewerbermangel zu sprechen, halte ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings für nicht gerechtfertigt.“ Bewerber seien schließlich immer noch genügend da.

Problematisch sei vielmehr die „Passgenauigkeit“, so Esser: „In vielen Branchen, Berufen und Regionen gibt es extreme Unterschiede zwischen Bedarf und Nachfrage.“ Hierfür praktikable Lösungsansätze zu finden, sei das Gebot der Stunde. Der BIBB-Datenreport ergänzt mit seinen Informationen und Analysen den „Berufsbildungsbericht 2012“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der heute vom Bundeskabinett verabschiedet worden ist.

Die BIBB-Schätzung für das Jahr 2012 geht bei den angebotenen Ausbildungsplätzen von einer Steigerung um rund 6.400 auf mehr als 606.000 Angebote aus (+1,0 %). Bei einem gleichzeitigen Rückgang der Bewerberinnen und Bewerber um etwa 2.100 auf rund 644.800 (-0,4 %) wird der Anstieg bei der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge voraussichtlich mit +0,2 % auf rund 571.600 geringer ausfallen. „Aufgrund dieser Prognosen ist zu befürchten“, sagt Esser, „dass die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen in diesem Jahr weiter ansteigen wird.“ 2011 konnten knapp 30.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. In einer repräsentativen Betriebsbefragung des BIBB hatten im Frühjahr 2011 rund 35 % der Betriebe angegeben, ihre Ausbildungsplätze nicht vollständig besetzen zu können. Esser appelliert an alle Verantwortlichen in der beruflichen Bildung, alles daranzusetzen, diesen Trend umzukehren.

„Die Schwierigkeiten bei der Passgenauigkeit von Ausbildungsstellenangebot und -nachfrage spielen hier eine große Rolle. Für eine Verbesserung sind Flexibilität und Engagement aller Beteiligten erforderlich:

Mobilitätshilfen können den jungen Leuten helfen, sich eine regionale Veränderung zuzutrauen“, so Esser. „Sie sollten die umfassenden Angebote nutzen, sich bei ihrer Berufsorientierung breit informieren und unterschiedliche Ausbildungswege in Betracht ziehen.“ Auf Seiten der Betriebe sei es erforderlich, offen für alle Lehrstellensuchenden zu sein, ein offensives Marketing zu betreiben und dies mit attraktiven Rahmenbedingungen der Ausbildung zu verknüpfen, so Esser: „Dies kann zum Beispiel auch das Angebot von Zusatzqualifikationen oder Ausbildungsaufenthalten im Ausland beinhalten.“

„Sehr erfreut“ zeigt sich der BIBB-Präsident vom Rückgang im Übergangsbereich. „Die heute im Berufsbildungsbericht der Bundesregierung veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Betriebe das Potenzial derjenigen erkannt haben, die vor wenigen Jahren auf dem Ausbildungsstellenmarkt kaum Chancen hatten.“ Die demografische Entwicklung allein, so Esser weiter, werde aber die strukturellen Probleme im Übergangsbereich nicht lösen.

Hier bedürfe es einer grundlegenden Optimierung. „Der Bildungsketten- Ansatz der Bundesregierung ist ein richtiger und wichtiger Schritt. Er muss aber bundesweit ausgedehnt und verstetigt werden.“ Hierfür sei letztendlich auch die Unterstützung durch alle Länder erforderlich. Wegen der grundlegenden Bedeutung des Themas seien die „Übergänge von der Schule in die Ausbildung“ auch als inhaltlicher Schwerpunkt im diesjährigen Datenreport aufgegriffen worden, betont Esser abschließend.

Der seit 2009 vom BIBB herausgegebene Datenreport ergänzt den jährlichen Berufsbildungsbericht der Bundesregierung um einen indikatorengestützten Datenteil. Das mehr als 400 Seiten umfassende Standardwerk liefert – unterlegt mit zahlreichen Tabellen, Schaubildern und Grafiken – aktuelle Daten, Fakten und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland.

Eine Vorabversion kann im Internetangebot des BIBB kostenlos unter <www.bibb.de/datenreport> heruntergeladen werden. Die endgültige Fassung des BIBB-Datenreports 2012 wird voraussichtlich Ende Mai im Internet und Mitte Juli als Printpublikation zur Verfügung stehen.

Der „Berufsbildungsbericht 2012“ der Bundesregierung ist im Internet abrufbar unter www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php

Pressemitteilung: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)